Kopf verloren

Die Dunkelheit ist ein Stück Sicherheit. Alles ist viel lauter – irgendwie. Manchmal langsamer. Die Kleinigkeiten viel bedeutungsvoller. Gefühlt legt jeder seine Maske ab, nutzt den Schutz der Dunkelheit.

Mein Potential für 2020 

Eine Liebeserklärung an die Wahlheimat.

Und dann fühle ich es wieder. Es überfällt mich. Sitze so da – zwischen all den Lieblingsmenschen. Drifte ab. Bin plötzlich mehr in meinem Kopf, als in der fröhlichen Runde. Höre nur meinen Gedanken zu. Sehe jeden an. Lächle stumm vor mich hin. Während es in meinem Kopf so laut schreit. Und es überkommt mich. Trifft mich wie eine Welle. Und wieder der Gedanke, wie viel Glück ich doch habe.

Marmeladenglasmomente

Gerade jetzt, gerade in diesem Sommer, würde ich am liebsten jeden kleinen Moment festhalten und konservieren. Will ihn nicht loslassen und alles ganz genau festhalten, jedes Lachen, jeden Sonnenuntergang und jeden Ausflug.
Und warum das Ganze? Weil meine Zeit hier endet. Weil ich nichtmehr lange hier zuhause bin. Weil die Endlichkeit der Dinge, aller Dinge im Leben, nie so präsent war wie genau in diesem Sommer. Klar es kommen neue Dinge, meist andere als man es sich jetzt noch ausmalt, aber damit enden auch viele schöne. Weil dieser Sommer nie wiederkehren wird. Weil ich noch nicht ganz sicher bin, wie viele km mich demnächst von all diesen kleinen Abenteuern, Momenten und Menschen trennen werden. Weil alles so vage ist, alles sehr unsicher. Alles mehr so ausgelegt, dass nichts wichtiger ist, als dieser Moment genau jetzt in dieser Sekunde.

Unknown destination

Das Ankommen nicht fühlen wollen und bewusst die Freiheit suchen. Nicht genau wissen, was die Freiheit eigentlich ist, sie trotzdem suchen und darauf vertrauen, dass ich ankommen werde. Den richtigen Zug erwische, so wie immer. Den, in Richtung des Unbekannten. Bewusst das ungewisse wählen und trotzdem immer dort ankommen, wo ich sein möchte. 

Ein Stück mehr dem Bauchgefühl vertrauen, weil es mich noch nie enttäuscht hat. In jeder Sekunde spüren, dass alle Entscheidungen richtig waren. Alles sehr unverbindlich, keine Antwort auf die Frage ‚Und danach?‘ haben.

Und es fühlt sich richtig an. Es fühlt sich richtig an, so zu leben. Bin mehr ich, als ich es je war! Völlig im Reinen mit mir sein und doch so rastlos, wie nie. Weil das Leben ein One-Way-Ticket ist. So ganz ohne Reiserücktrittversicherung! 

Die andere Seite

Ich bekam schonmal eine Unfallnachricht von dir. Damals ist ein kurzer Film, ein kleiner Snippet, aus unserem Leben vor meinem inneren Auge abgelaufen. Von einer Sekunde auf die andere, ist mir bewusst geworden, dass ich dich an diesem Tag fast verloren hätte. Und plötzlich war mir bewusst, wie sehr wir unsere Zeit genießen und schätzen müssen, weil sie morgen schon vorbei sein kann.
Und nie sind die Gefühle von damals so präsent, wie vor schwierigen Einsätzen. Alleine der Gedanke daran, dich noch einmal (fast) verlieren zu können, lässt mich Stiche in der Brust spüren. Ich weiß nicht ob ich die schlaflosen Nächte, die Angst, ewige Stunden auf Krankenhausparkplätzen, die Ungewissheit und diesen Schmerz nochmal ertragen könnte.

Stille – die angenehme und die unangenehme

Ich hatte letztens die Situation mit einem sehr guten Freund. Wir hatten eine längere Autofahrt vor uns, es war spät. Wir fuhren von einem witzigen und schönen Tagesausflug gen Heimat. Zuerst redeten wir noch über Gott und die Welt. Liesen den Tag Revue passieren, redeten über den Alltag oder Dinge, die uns in den Kopf kamen. Nach einiger Zeit wurden wir beide still. Jeder hing einwenig in seinen eigenen Gedanken. Hörten den Menschen im Radio zu und ich für meinen Teil dachte über einige Dinge nach. Es war zu keinem Zeitpunkt unangenehm.

Hat man Zeit oder nimmt man sie sich?

Viele Menschen nehmen sich nur Zeit für andere, wenn es gerade in ihren Zeitplan passt. Aber was ist, wenn dich jemand braucht, obwohl dein Terminplan eigentlich voll ist? Bist du dann bereit alles umzuwerfen, weil dich jemand braucht? Nimmst du dir im Alltag kurz mal 5 Minuten um dich bei jemandem zu melden, nachzufragen wies ihm geht und auf dem neusten Stand zu sein? Oder bist du eher jemand, bei dem sich jeder melden muss?