Kann man lieben lernen?

Aber was ist die Liebe eigentlich und kann man lernen zu lieben, wenn man so sehr verletzt wurde, dass man den Glauben an sie verloren hat? Ich meine jede Frau ist in irgendeiner Form mehr oder weniger romantisch veranlangt. Und wenn die Herren der Schöpfung mal ganz ehrlich sind – sind sie es auch. Und mindestens genauso vielen wurde schonmal das Herz gebrochen – in welcher Form auch immer. Sei es ein Korb nach dem ersten Date oder der unerklärliche Schlussstrich nach zig Jahren des gemeinsamen Lebens. Und meistens hinterlässt es das Gefühl, als könnte man nie wieder sein Leben mit jemand anderem verbringen. Quasi der Anfang vom Ende. Aber ist das so?

Geisterstunde

Irgendwo der Anflug deines Parfüms. Jenes nach dem meine Lederjacke noch lange roch, als die Umarmung längst gelöst war. Der Geruch, in dem ich mich so gerne verlor.
Hin- und hergerissen zwischen es immer wieder riechen wollen, mich an dich erinnern und die Erinnerung ein Lächeln auf mein Gesicht zeichnen lassen. Und gleichzeitig diese unendliche Trauer die mich überkommt. Die Trauer die sich ihren Weg bahnt, die Luftröhre hoch. Sie zuschnürt und nicht selten als Schluchzen in der Kehle stecken bleibt bevor die Tränen kommen. Gefangen zwischen den guten Erinnerungen und ihrem bitteren Beigeschmack. Wir sind doch so jung, wie kann es sein, dass unsere Freunde sterben? Bin ich jetzt in diesem Alter? Es ist jetzt über ein Jahr her, in meinem Kopf angekommen ist es noch nicht. Nicht ganz. Ich weiß es, weiß dass ich nie wieder die Dinge sagen kann, welche ich so oft aufschob. Hab kurz vorher an dich gedacht. Paradox nicht wahr? 

Vergeben und Vergessen?

Um eines meiner Lieblingszitate aus Greys Anatomy auszugraben: „Was bringt dir die Wut, wenn sie dir nur selber weh tut?“ Meine Antwort? Absolut nichts, rein garnichts! Schlichtweg nur ein beschissenes Gefühl bei dir. Die Wut braucht enorm viel Energie. Energie die man in etwas Positives stecken könnte. Und doch hat man nicht die Kraft oder die Mittel, die Wut sein zulassen und weiter zu gehen. Vergeben und Vergessen? Ich weiß nicht, ob das immer geht. Es gibt Dinge im Leben, die prägen dich so enorm – positive wie negative. Und wenn aus einer solchen Sache Wut wird, ist es sehr schwer Frieden zu finden. Manchmal heilt die Zeit die Wunden, aber manchmal weißt man nicht, wie man sie los wird. Den ständigen und dennoch unliebsamen Begleiter.

Gedankenkarussel

Und wieder dreht sich alles. Nicht nur die Gedanken, sondern auch ich mich. Komme immer wieder am selben Punkt an, der bei dem ich völlig ahnungslos bin. Immer wieder alles auf Anfang. Fast wie im Film. Würde ihn gerne anhalten, kurz verschnaufen. Luft holen, um weiter zu machen.

Übers Vermissen

Es passiert etwas in meinem Leben und ich muss kurz an dich denken. Ich will es dir erzählen, weil ich weiß dass außer dir niemand darüber lachen würde. Ich muss kurz lächeln bei dem Gedanken, worüber wir lachen konnten. Bin drauf und dran dir zu erzählen, was mich bewegt und merke, dass es dich nicht mehr gibt. Weiß nicht genau wohin mit den Fragen, Emotionen und Geschichten. Erzähle sie jemand anderem. Weiß, dass es nicht dasselbe ist aber du auch nichtmehr der Selbe bist.
Und dennoch sitze ich hier und vermisse dich.

Einsamkeit.

Aber irgendwann geht die Sonne unter. Es wird kühler und die Gespräche ernster. Fröstelnd ziehe ich meine dünne Jacke um meinen Körper. Spüre die Hitze der letzten Sonnenstrahlen aus meinem Körper verschwinden. Und genauso verlässt mich die Unbeschwertheit, die ich vorhin bei Pommes und Eis noch spürte. Wie die Dunkelheit spüre ich die Einsamkeit lauern. Kann die Gesellschaft nichtmehr so genießen. Lächle nur noch. Das Lachen ist mit der Sonne untergegangen.

She’s a little runaway!

Ich bin mein Leben lang davongerannt. Vor Nähe. Ich konnte es nie zulassen, hab niemanden wirklich in mein Leben gelassen. Konnte nie vertrauen. Hatte immer Angst. Angst verlassen zu werden. Hab verlassen, wenn es ernst wurde. Bin immer an Menschen geraten, die verlassen. Nichts anbrennen und nichts ernst werden lassen. War immer auf dem Sprung und nie wirklich zuhause.