Big city nights

Alles neu, alles fremd und doch so normal. Ein bisschen zu laut lachen und ein bisschen zu viel reden. Ein bisschen zu viel von allem, aber doch genau richtig so.

Flüchtige Berührungen, mit dem Sitznachbarn in der Bar, die direkt gegenüber. Ein bisschen umeinander schleichen. Kurz verfangen sich die Hände ineinander – so ganz ausversehen. Und dann, mit voller Absicht die Hand am Rücken spüren, sich kurz fallen lassen.

Der Sinn des Lebens

Und sonst? Was ist sonst mein Sinn des Lebens? Ich glaube ich will glücklich sein, wie jeder andere. Am glücklichsten bin ich, wenn es anderen gut geht! Wenn es Menschen gut geht, die mir wichtig sind. Also einfach mal freundlich sein zu Fremden, die alte Oma in der Bahn anlächeln und sie fragen, ob sie Hilfe braucht. Dem Nachbarn helfen, den neuen Schrank aufzubauen. Meinem Mitbewohner helfen eine Nachricht an seinen Secret Crush zu schreiben und der Mama einfach mal so Blumen mitbringen. Das Sprichwort „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück!“ kommt nicht von ungefähr.

Marmeladenglasmomente

Gerade jetzt, gerade in diesem Sommer, würde ich am liebsten jeden kleinen Moment festhalten und konservieren. Will ihn nicht loslassen und alles ganz genau festhalten, jedes Lachen, jeden Sonnenuntergang und jeden Ausflug.
Und warum das Ganze? Weil meine Zeit hier endet. Weil ich nichtmehr lange hier zuhause bin. Weil die Endlichkeit der Dinge, aller Dinge im Leben, nie so präsent war wie genau in diesem Sommer. Klar es kommen neue Dinge, meist andere als man es sich jetzt noch ausmalt, aber damit enden auch viele schöne. Weil dieser Sommer nie wiederkehren wird. Weil ich noch nicht ganz sicher bin, wie viele km mich demnächst von all diesen kleinen Abenteuern, Momenten und Menschen trennen werden. Weil alles so vage ist, alles sehr unsicher. Alles mehr so ausgelegt, dass nichts wichtiger ist, als dieser Moment genau jetzt in dieser Sekunde.

Unknown destination

Das Ankommen nicht fühlen wollen und bewusst die Freiheit suchen. Nicht genau wissen, was die Freiheit eigentlich ist, sie trotzdem suchen und darauf vertrauen, dass ich ankommen werde. Den richtigen Zug erwische, so wie immer. Den, in Richtung des Unbekannten. Bewusst das ungewisse wählen und trotzdem immer dort ankommen, wo ich sein möchte. 

Ein Stück mehr dem Bauchgefühl vertrauen, weil es mich noch nie enttäuscht hat. In jeder Sekunde spüren, dass alle Entscheidungen richtig waren. Alles sehr unverbindlich, keine Antwort auf die Frage ‚Und danach?‘ haben.

Und es fühlt sich richtig an. Es fühlt sich richtig an, so zu leben. Bin mehr ich, als ich es je war! Völlig im Reinen mit mir sein und doch so rastlos, wie nie. Weil das Leben ein One-Way-Ticket ist. So ganz ohne Reiserücktrittversicherung! 

Die andere Seite

Ich bekam schonmal eine Unfallnachricht von dir. Damals ist ein kurzer Film, ein kleiner Snippet, aus unserem Leben vor meinem inneren Auge abgelaufen. Von einer Sekunde auf die andere, ist mir bewusst geworden, dass ich dich an diesem Tag fast verloren hätte. Und plötzlich war mir bewusst, wie sehr wir unsere Zeit genießen und schätzen müssen, weil sie morgen schon vorbei sein kann.
Und nie sind die Gefühle von damals so präsent, wie vor schwierigen Einsätzen. Alleine der Gedanke daran, dich noch einmal (fast) verlieren zu können, lässt mich Stiche in der Brust spüren. Ich weiß nicht ob ich die schlaflosen Nächte, die Angst, ewige Stunden auf Krankenhausparkplätzen, die Ungewissheit und diesen Schmerz nochmal ertragen könnte.

Auf nimmer wiedersehen!

Und die, die zerbricht, bin wieder ich! Merke, wie es anfängt zu bröckeln. Dieses so bekannte Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Und am Ende die große Auslosung. Wieder der Jackpot. Und puff  bist du wieder weg! Hast dich so sehr daran gewöhnt schlecht zu mir zu sein, dass es schon normal ist. Weiß nicht, ob es dich überhaupt berührt. Stelle mir die Frage, ob es dir Spaß macht. Und mein Herz hängt trotzdem noch an dem, der du schon lange nichtmehr bist oder nie warst!

Nichtsmehr so wie es war und doch wieder genauso wie immer. Diesmal wirkliche auf shuffle drücken und hoffentlich nicht wieder – ausversehen – bei repeat landen. Und es geht weiter, weil es immer weiter geht. Einatmen. Ausatmen. Weitergehen. Und es klappt. Merke wieder, wie viel besser es mir geht, ohne dich. 

Take or Toss

Wieso? Wieso haben wir verlernt Entscheidungen zu treffen? 

Wann ist es soweit gekommen, dass wir mehr Wert auf die Meinung anderer und sogar fremder Leute legen, als auf unser Bauchgefühl? 

Aber auf der anderen Seite möchte jeder ein selbstbestimmtes Leben führen. Unabhängig sein, frei sein. Was auch gut ist, aber wieso sind wir es dann nicht bei den wichtigen Entscheidungen des Lebens?
Jeder lässt sich freedom tätowieren, aber sperrt sich so sehr in ein Gefängnis ein, das aus den Meinungen und Worten anderer besteht.