Fühlen, nicht- fühlen und alles dazwischen!

 

-2019 in zwei Akten.-

-All I want –  A Day to Remember
-Be Alright – Dean Lewis
-Falling Apart – Papa Roach
-Happy Ending – Mika

Hab mich so lange schlecht gefühlt. Mich leiten lassen von den Dingen, die jemand anderes über mich sagte oder schrieb. Völlig vergessen, dass es nicht das ist, was mich definiert. Vergessen ich selbst zu sein. Vergessen mich selbst zu finden. Wieder bisschen mutig sein. Wieder bisschen lauter werden, nachdem ich so oft hörte zu laut zu sein. Zurück gehen zu dem, was mir genommen wurde. Öfter mal die Grenze überschreiten. Mehr die Freiheit nehmen, statt der Sicherheit. Mich wieder trauen zu wagen und damit irgendwie auch wieder bei mir ankommen. Bei meinem Ursprung, auch wenn er jetzt ein anderer ist. Mich wieder finden, indem ich mich verliere. Das Gewissen ne zeitlang auf stumm schalten, sowie mein Handy seit Jahren. Nichtmal auf vibrieren. Keine Mitteilungen zulassen – nichtmal die Push-Benachrichtigung. Den Bauch entscheiden lassen. Das machen wonach ich mich fühle. Drüber lachen, auch wenn der Fall groß sein wird – eventuell. Nichts zu nah ranlassen. Die Oberflächlichkeit genießen. Gespräche die mit 3 Bier so wichtig scheinen und morgen schon vergessen sind. Bekanntschaften, die heute relevant sind und morgen keine Bedeutung haben. Alles auf Rot setzten und mit einem Schulterzucken und ‚shit happens‚ im Kopf die Kugel auf Schwarz landen sehen. Darüber lachen und den nächsten Schritt machen. Weitergehen. Es genauso leben, wie es gerade ist. Nichts planen. Nicht direkt ziellos, nur halt einfach unverbindlich. Nichts konkretes und doch genau das, was ich gerade brauche. Brauche um zu wachsen, brauche um nicht zurückzusehen – ohne das Zittern das ich kriege bei der Erinnerung. 

Bin so unsicher. Begebe mich auf unerkundetes Terrain. Dahin wo ich so unsicher bin, mich nicht auskenne. Mich vielleicht noch nie wiedergefunden habe, aber vielleicht genau dort zuhause bin. Bin nicht mutig, nicht selbstsicher und vor allem nicht frech und schlagfertig. Dort wo ich gerade stehe. Lebe trotzdem mehr außerhalb meiner Komfortzone als drinnen, weil es gut ist, wie es ist. Bin manchmal so hilflos und ratlos. Fühle mich wie Bambi. Mein bester Freund schreibt mir ‚Wenn dein Vergangenheits-Ich es nicht tun würde – machs!‚ Und springe kopflos ins nächste Abenteuer. Weiß, dass am Ende zumindest eine gute Geschichte rauskommen wird, eine über die ich morgen schon lache. Oder vielleicht in 2 Jahren – verspreche mir selbst, dass es gut werden wird!

Frag mich mehr als 1x – in diesem Gespräch – was das denn eigentlich ist und wohin es führt. Möchte keine Antworten darauf – irgendwie. Fühlt sich gut an – also einfach machen! Gibt kein richtig und kein falsch. Nur ein fühlen oder nicht-fühlen. Keine Kategorie. Suche Inspiration. Weiß nur nicht genau, woher ich sie kriege oder für was. Lasse alles zu. Gespräche, Küsse, Nächte. Nur die Nähe nicht, die die berührt! Alles gut, solange ich nicht mehr als 3x täglich das Profilbild checke. Oder 10x nachsehe ob die Nachricht zwei blaue Haken hat. Öffne nur 3x ungeduldig den Chat um das zuletzt online zu lesen. Warte ungeduldig auf eine Antwort auf keine konkrete Frage. Wünsche mir, dass vermisst werden – obwohl ich selber nicht vermisse und es auch nicht fühlen möchte. Spiele das Spiel perfekt. Bin die Dame auf dem Schachbrett, obwohl wir am Rouletttisch sitzen. Irgendwie so völlig am falschen Ort und doch genau, wo ich sein sollte. Warte trotzdem auf das Schach-Matt, weil die Nähe mein größter Feind ist.

Weiß dass es mehr wird, wenn ich warte. Wenn ich möchte. Wenn ich mehr fühle, dass es Zeit für die Reißleine wird. Bin rastlos. Rede manchmal stundenlang, nur mit dir, um dann Wochen oder Monate nichts von dir zu hören. Möchte dein Verständnis, deine Rücksicht, deine Geschichten und deine Zeit. Nur halt nicht deine Nähe. Weil sie mir Angst macht und gerade diesen nicht-fühlen Stempel hat, den mit den zwanzig roten Ausrufezeichen. Weil es vielleicht doch mehr Kategorien gibt – irgendwie! Und eigentlich nur, weil es zu viel fühlen bedeutet. Weil ich es nicht kann. Weil ich hin und her springe wie zwischen Steinen auf dem Fluss – um ans andere Ufer zu kommen. Schaue nicht zurück – ob sie nach dem Sprung untergehen. Möchte alles und nichts. Keine Nähe und doch tut sie weh, die Zurückweisung, weil sie all das ist, was mir einst die Freiheit nahm. Weil sie die Komponente ist, die mein Mosaik wieder in den shuffle-Modus versetzen kann – wenn ich es zulasse. Versuche es zu vermeiden, dorthin zu kommen. Springe immer schneller von Stein zu Stein. Weg von allem. Rein ins nächste. Frage, ob wir eine Sekunde teilen wollen und bin vor der Antwort schon weg, weil ich sie nicht hören will.

Und mit jedem Sprung an Mut gewinnen, mich selbst finden. Mit jeder Sekunde Freiheit ein bisschen Angst ersetzten. Nähe wieder in mein Leben lassen – so ein kleines bisschen. Die Mauern spröde werden sehen. Zulassen kurz anzukommen, die Intervalle länger werden lassen. Mehr als nur 2 Unterhaltungen teilen. Vielleicht auch das eine Mal zu viel den Chat öffnen. Und trotzdem nicht springen, weil mir das grad so gefällt – deine Nähe! Und auch, weil das alles hier plötzlich den fühlen Stempel hat – so ganz ohne Ausrufezeichen. So sehr, dass ich meine 3 Uhr Gedanken mit dir teile und auch den Morgen, weil du da gerade ganz gut reinpasst. Auf mein Schachbrett, auch wenn du der schwarze König bist, während ich die weiße Dame gebe – oder nicht?

Gehörst zu keiner Kategorie, keinem Schema. Bist nur richtig für den Moment – richtig für mich! Richtig für diesen Augenblick. 

Und um mehr geht es nicht, weil die Anzahl der richtigen Momente mich mehr definieren als die Dinge, die jemand anderes über mich schrieb. 

Und am Ende definier ich mich einfach selbst. Manchmal auch zum 10x neu – aber das ist auch, was mich definiert. Die Rastlosigkeit, bei der ich am Ende immer ankomme. Und weil du irgendwie der Grund bist, wieso ich sie gerade wieder ganz gerne eintausche. Eintausche gegen die Nähe und die Ruhe, die die ich gerade fühlen will.

-Today – Willamette Stone/ If I stay
-The Bliss – Volbeat
-Quito Que Segas – Juan Magán 
-Closer – Kyle Neal

 

„Fascinating creatures, phoenixes.

They can carry immensely heavy loads.

Their tears have healing powers.“

 

2019 closed.

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