Bittersweet.

Der Herbst macht mich traurig. Zeigt mir deutlicher, als alles andere die Vergänglichkeit. Ist man 2 Tage nicht da, sind plötzlich alle Blätter vom Baum gefallen und der Zauber des orange verschwunden. Der November, nicht mein Monat, steht irgendwie für den Verlust und gleichzeitig für das Weiterkommen. Verrückt. Du fehlst hier. Erlebst das alles nicht, während ich älter werde. Stelle mich den Kleinigkeiten, die mir jetzt gerade so riesig vorkommen, während du niemals die Uni abschließen wirst – irgendwie – obwohl du sie endgültiger als jeder andere verlassen hast.

Melancholie liegt über diesen 30 Tagen im Jahr und endet – zumeist – abrupt mit dem ersten des letzten Monats des Jahres. Kann es mir selber nicht erklären, aber auch nach Jahren holt mich das irgendwie unbewusst wieder ein und ich verstehe erst später wieder, wieso. Erst heute habe ich wieder Zettel in mein Jahresglas geworfen. Das mit den glücklichen Momenten. Fühle jetzt, im November, alles so stumpf. Der Nebel der Traurigkeit liegt in meinem Herzen. Ein Schleier liegt über allem. Du bist so präsent, jetzt gerade. Und gleichzeitig ist die Lücke, die du hinterlassen hast so deutlich spürbar, dass ich das Gefühl habe direkt danach greifen zu können. Merke deine Umarmung nochmal irgendwie und irgendwie auch nicht. Fühle so intensiv und doch so betäubt. Meine Traurigkeit ist irgendwie greifbar, hängt da so, über mir. Kriege ab und an einen mitleidigen Blick, der mich fragen lässt, ob man ihn sieht, diesen Nebel der mich grad umgibt. Versuche noch ein bisschen mehr, als in jedem anderen Monat, den Menschen Liebe und Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Möchte mehr als sonst, meinen Mitmenschen ein gutes Gefühl geben. Weil ich jetzt wieder so deutlich spüre, wie kurz unsere Zeit doch ist. Verirre mich immer noch ab und an auf deinem Instagramaccount, der irgendwie eingefroren und so lebendig zugleich ist. Sehe deine Bilder und hab das Gefühl, dich gleich morgen wiederzusehen. Gehe an Orte, die wir teilten. Sitze auf Treppen, auf denen wir über das Leben philosophierten. Und jedes mal wieder trifft es mich ein bisschen, wenn mir bewusst wird, dass du nicht nur im Auslandssemester bist. 

Du bist fort und doch irgendwie so nah. 

 

 

„Ich halt dich noch hier zwischen meinen Worten gefangen, bis du langsam entweichst in jenen Fleck des Lichts!“

 

 

Ich erinnere mich so gerne an dich. An diese Zeit, so kurz und doch genau richtig so. Aber irgendwie bedeutet es auch jedes Mal ein bisschen Schmerz. Wie das mit dem Finger durch die Flamme der Kerze fahren, was man als Kind so gern getan hat. Man weiß, es wird warm werden, vielleicht weh tun, wenn man den Finger nicht schnell genug wegzieht. Aber es ist trotzdem immer wieder eine gute, witzige und schöne Erfahrung. Und ungefähr so fühle ich mich, wenn ich zulasse an dich zu denken. Ich weiß es wird wieder weh tun. Ich weiß, dass mein Herz wieder stechen wird. Und trotzdem möchte ich mich deiner erinnern. Höre dieses eine Lied, das ich immer mit dir verbinde. Gehe spazieren und lande ohne nachzudenken an dem Ort, an dem wir vor einer Ewigkeit saßen. „Wenn ich ohne nachzudenken ständig an dich denken muss.“ dieses Lied und genau diese Zeile sagen so viel und stehen immer nur für dich – irgendwie. Weil ich ohne nachzudenken doch oft an dich denke, bei diesen Kleinigkeiten die wir feierten. Weil ich ohne nachzudenken zu Orten gehe, die mir wichtig waren und erst nach Sekunden merke, wieso ich wieder hierher kommen möchte. Schau mir Bilder an und frag mich mehr als einmal, was du denn dachtest und ob du glücklich warst. Du bist da, aber irgendwie auch nicht.

„Du schaffst das!“ mein ewiger Begleiter, bei Plänen die ich nichtmehr mit dir teilen konnte. Bei Dingen, die dir nicht gefallen hätten. Bei allem was ich mache, auch wenn ich längst nichtmehr der Mensch bin, den du kennlerntest.

Weil ich älter werde, während du irgendwie stehengeblieben bist. Versprech dir dich trotzdem nicht auf der Strecke zu lassen! Weil ich nie wieder mehr für dich tun kann!

„Ein Mensch stirbt erst, wenn keiner mehr an ihn denkt.“
Hab erst gestern von dir geredet, damit du in einer neuen Story weiterleben kannst.

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