Unknown destination

Ich bin ein lauter Mensch. Immer am lachen immer den Mund offen. Meist bedacht, aber immer am rumrennen. Von einem Ort zum nächsten. Nie wirklich anhalten. Immer rumspringen. Verschnaufpausen? Kenne ich nicht. Always on the run. Immer neue Abenteuer. Jeder, der mich kennt weiß, dass mein „ich bin dabei“, bei jeglichen Vorschlägen für neue Reisen, auch so gemeint ist. Nicht lange denken, einfach machen. Immer weiter, nur nicht stehenbleiben. Das hier und jetzt genießen. Zuhause in Zügen, auf Flughäfen und am meisten Zuhause auf der Reise. Überall und nirgendwo. Ein bisschen sehr viel aus dem Koffer leben. Das Einpacken und Auspacken ist ein Prozess, der direkt ineinander übergeht. Nie anhalten. Vielleicht auch davonlaufen, vor Verpflichtungen und der Realität. 

Das Leben in vollen Zügen genießen, alle paar Tage wo anders aufwachen. Rastlosigkeit spüren und ab und an ganz still werden. Versinken in der Vergangenheit und in der unsicheren Zukunft. Nicht wissen, was morgen ist. Wenig Verpflichtungen, wenig Bindungen und ganz viel Freiheit. Die Anonymität der Großstadt gibt mir ein Gefühl von Heimat. Egal, welche es ist. Jeder Bahnhof fühlt sich an, wie der andere und doch wieder komplett verschieden. Die plötzliche Ruhe, die mich überkommt, das Gefühl des angekommen seins, kenne ich nur wenn ich in den Zug ins nächste Abenteuer steige. Im Auto sitze, der Musik zuhören, und mich mehr denn je über das Leben freuen. Und mein Herz springt, wenn ich mich wieder auf dem Weg zum Bahnhof mache. Oben an den Treppen zur Unterführung stehe, kurz innehalte und die Züge und Gleise sehe. Die Züge, welche mich ins Unbekannte bringen und doch immer wieder nach Hause führen.

Die kurzweilige Gesellschaft genießen. Meine Konstante im Leben? Nur das Reisen. So viele neue Gesichter, Orte und Geschichten. Und alle werden sie zu einem Teil von mir. Einem Teil von meiner Reise. Einer Reise, auch ein stückweit zu mir selbst. Der Weg ist das Ziel. Und die Glückseligkeit mein ständiger Begleiter. Immer wieder merken, dass es Zuhause am schönsten ist. Trotzdem unruhig werden, wenn ich zu lange an einem Ort bin. Das Leben nicht verpassen wollen und doch immer auf der Suche, nach Heimat sein. 

Das pure Glück, wenn ich die Berge sehe und der unbezwingbare Drang wieder ans Meer zu wollen, wenn ich zu lange hier bin. Das Leben leben, wie es kommt. Glück trinken, direkt aus der Flasche und ein bisschen mehr an Leichtigkeit gewinnen. Die Katertage genießen, ganz egal in welcher Stadt. Frei sein und nicht ankommen wollen, weil die Reise gerade viel zu schön ist. Jeder Schritt, wird ein weiterer Richtung Ende.

Heute die Geschichten leben, die ich morgen schon erzähle. Eindrücke sammeln, wie andere Briefmarken. Alles mitnehmen, nichts auslassen. Den Satz „Student müsste man sein“ zum 100x hören und darauf erstmal die nächste Reise buchen. Kurze Snippets festhalten und Fotoalben füllen, mit Erinnerungen an diese Zeit, die Orten, Gefühlen und Menschen. 

Zurückdenken an das Ich, welches ich doch grade erst noch war. Merken wie weit ich doch gekommen bin. 

Alles aufgeben, die Koffer packen und kopfüber ins Abenteuer springen. Das Leben nullen und wieder von vorne Anfangen. Noch mehr neue Gesichter und nur noch verschwommene Erinnerungen an die alten, weil die Wichtigen sowieso bleiben. Neue Heimat, neue Stammkneipe, neues Lieblingscafé. Ein bisschen mehr die Freiheit schmecken, wenn das Bier auf der Zunge prickelt. Nicht wissen, ob ich morgen noch hier aufwache oder übermorgen schon eine neue Heimat habe. Mehr so jetzt in dieser Sekunde leben. 

Das Ankommen nicht fühlen wollen und bewusst die Freiheit suchen. Nicht genau wissen, was sie eigentlich ist, die Freiheit. Sie trotzdem suchen und darauf vertrauen, dass ich ankommen werde. Den richtigen Zug erwische, so wie immer. Den, in Richtung des Unbekannten. Bewusst das Ungewisse wählen und trotzdem immer dort ankommen, wo ich sein möchte. 

Ein Stück mehr dem Bauchgefühl vertrauen, weil es mich noch nie enttäuscht hat. In jeder Sekunde spüren, dass alle Entscheidungen richtig waren. Alles sehr unverbindlich, keine Antwort auf die Frage „Und danach?“ haben. 

Und es fühlt sich richtig an. Es fühlt sich richtig an, so zu leben. Bin mehr ich, als ich es je war! Völlig im Reinen mit mir sein und doch so rastlos, wie nie. Weil das Leben ein One-Way-Ticket ist. So ganz ohne Reiserücktrittversicherung! Und das ist gut so, weil unsere Fehler uns zu dem Menschen machen, der wir sind. Weil ein Leben, mit Radiergummi doch auch langweilig wäre. Weil man viel mehr zu erzählen hat, wenn man nichts löschen kann. Und weil es bedeutet, dass man immer ankommen wird, ganz egal ob heute morgen oder in 10 Tagen. 

Woher ich das Vertrauen nehme? Ich glaube einfach daran, dass immer alles so kommt wie es kommen muss. Vielleicht, weil es sich mit dem Glauben daran besser leben lässt. Aber vielleicht auch einfach, weil es das ist was ich gelernt habe. Dass der Glaube zwar Berge versetzt, man den Lauf der Dinge aber nie ändern kann. Also einfach mal machen, könnte ja geil werden!
Bisschen mehr im Moment leben und das hier und jetzt genießen. Es ist eh so schnell vorbei. Weniger Kontrolle, weniger denken einfach mehr vertrauen und geschehen lassen!

Trust the process. One day or day one!

a.

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