Übers Vermissen

Du warst der erste Mensch, den ich in mein Leben gelassen habe. Du warst der erste Mensch, bei dem ich zugelassen habe verletzlich zu sein. Gabst mir das Versprechen, dass du bleibst und bist gegangen, bevor die letzte Silbe in der Luft verschwand. Du sagtest viel, getan hast du meist das Gegenteil. Gewollt hast du noch mehr, umgesetzt hast du so wenig.
Und dennoch sitze ich hier und vermisse dich.

Dein Motto war immer „Höher-besser-weiter“. In allen Lebenslagen. Das gleiche Gefühl hast du mir irgendwann auch gegeben – du suchtest wohl grad dein „besser“. Und trotzdem blieb ich, weil ich dich als einen anderen Menschen kannte. Ich konnte diesen Menschen nicht aufgeben. Du hast es immer als selbstverständlich gesehen, was ich tat. Warst nicht bereit in meine Richtung zu gehen. Du warst nicht bereit irgendwas zu tun, was du nicht in deinem Plan hattest – der für dich. Du nahmst so oft, aber warst nur selten bereit zu geben.
Und dennoch sitze ich hier und vermisse dich.

Es passiert etwas in meinem Leben und ich muss kurz an dich denken. Ich will es dir erzählen, weil ich weiß dass außer dir niemand darüber lachen würde. Ich muss kurz lächeln bei dem Gedanken, worüber wir lachen konnten. Bin drauf und dran dir zu erzählen, was mich bewegt und merke, dass es dich nicht mehr gibt. Weiß nicht genau wohin mit den Fragen, Emotionen und Geschichten. Erzähle sie jemand anderem. Weiß, dass es nicht dasselbe ist, aber du auch nichtmehr der Selbe bist.
Und dennoch sitze ich hier und vermisse dich.

Ein Song läuft im Radio. „Am Ende werd ich eh verliern, denn ich spiel eigentlich nur Schach und du setzt mich Schachmatt!“ Und ich weiß, genauso ist es. Es ist ein Spiel gewesen – für einen von uns – und ich konnte nie gewinnen. Habe zu viel aufs falsche Pferd gesetzt.
Und dennoch sitze ich hier und vermisse dich.

Aber vielleicht vermisse ich dich nicht, nicht dich direkt! Vielleicht vermisse ich nur den Menschen, der du warst. Das Gefühl, dass du mir gabst. Die kleinen Späße, das flüchtige Lachen, was so viel bedeutete. All das, was für immer verschwunden ist.
Und jetzt sitze ich hier und vermisse eigentlich nur mich!

a.

 

 

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Uiii das ist wiklich sehr schön und aus dem Herzen geschriebe :3 hm ja – gefällt mir! Ich denke jeder hat irgendwie diesen einen Menschen, den man sein Leben lang vermissen wird & irgendwie vermisst man ihn doch nicht! Bei mri wechselt das zb. ganz stark/ also die Gefühle zwischen – ‚Ich vermisse dich jetzt‘ und ‚Es war schön das du Teil meines Lebens warst, aber ich brauch dich eingentlich nicht mehr. Ich komme auch ohne dich zurecht‘

    Ist das nur bei mir so?

    ~Lg Ceyes.

    Liken

    1. a. sagt:

      Ich denke es ist völlig normal gute und schlechte Tage zu haben. Solange man sich in der Gegenwart nicht zu sehr beeinflussen lässt ist das auch völlig okay! 😊

      Gefällt 1 Person

  2. wunderschön. Ich bin sprachlos!

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s