Einsamkeit.

Der Wecker klingelt. Es ist früh, zu früh. Eigentlich. Trotzdem bin ich hellwach. Muss raus, die Sonne spüren. Zieh mich an und packe ein paar Sachen. Gehe in den Park, einfach raus. Sitze draußen, in der Sonne. Nach und nach kommen immer mehr Freunde, wir reden und lachen. Irgendwer holt Pommes und Eis. Könnte nicht glücklicher sein. Die Mittagssonne kitzelt auf der Nasenspitze. Die Gespräche sind oberflächlich. Jemand erzählt einen Witz – alle lachen. Ich spüren die Hitze. Wünschen mir nichts mehr als eine Abkühlung. Trotzdem schrei ich auf, als mir jemand eine Flasche Wasser über den Kopf kippt.
Ich sehe mich um. Lauter lachende Gesichter. Menschen, die ich so sehr schätze. Es macht mich glücklich zu sehen, wie uns die kleinen Dinge so erfreuen. Ich wünschte den Moment einfangen und für immer darin leben zu können. Keine Sorgen!
Will nie wieder auftauchen. Für immer hier sitzen. Die Gesellschaft genießen.

Aber irgendwann geht die Sonne unter. Es wird kühler und die Gespräche ernster. Fröstelnd ziehe ich meine dünne Jacke um meinen Körper. Spüre die Hitze der letzten Sonnenstrahlen aus meinem Körper verschwinden. Und genauso verlässt mich die Unbeschwertheit, die ich vorhin bei Pommes und Eis noch spürte. Wie die Dunkelheit spüre ich die Einsamkeit lauern. Kann die Gesellschaft nicht mehr so genießen. Lächle nur noch. Das Lachen ist mit der Sonne untergegangen.
Sperre später meine Wohnung auf, husch in mein Zimmer. Und sie ist wieder da, die Einsamkeit. Merke wie sie mein Herz in den Griff nimmt. Denke an dich und frag mich, wo ich falsch abgebogen bin. Frage mich, ob du auch manchmal an mich denkst. Nur wegen der alten Zeiten. Ich vermisse die Zeit. Würde mich gerne kurz darin wiederfinden und doch nie wieder etwas davon wissen.
Fühle mich so alleine und weiß, dass ich es doch nicht bin! Der Tag in der Sonne kommt mir Lichtjahre entfernt vor. Kann es nur noch entfernt fühlen. Tippe „3am thoughts“ in mein Handy und drücken den Shuffle Button.
Genau das erste Lied ist eines der schlimmsten. I still burn – schreit mich mein Handy quasi vorwurfsvoll an. Und ich brenne noch, für das was war. Weil ich es fühlte. Weil ich liebte – mit ganzem Herzen. Und immer noch nicht glauben, kann dass du es nicht tatest. Habe einen kurzen Flashback und sitze wieder weinend im Auto, auf dem Weg von dir zu mir. Auf was kann ich mich noch verlassen, wenn es nicht mein Bauchgefühl ist? Und 100 weitere Fragen ploppen, wie Popcorn, in meinem Kopf auf. Als auch noch Happy Ending von Mika kommt halte ich es nicht mehr aus.
Ich spiele meine Trainingsplaylist ab. Bevor ich Ausreden finden kann setzte ich die Kopfhörer auf und geh ins Studio.
Das Trainieren ist quasi mein ‚after breakdown‘ Ritual geworden. Es hat mir immer geholfen, damals wie heute.
Falle anschließend so kaputt ins Bett, dass ich einschlafen, bevor ich die Einsamkeit wieder spüre.
Schlafe unruhig. Und weiß doch, morgen wird wieder die Sonne scheinen!

 

Alleine sein zu müssen ist schrecklich, alleine sein zu können das Schönste der Welt!
– Unkown

 

a.

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