Kopf verloren

Die Dunkelheit ist ein Stück Sicherheit. Alles ist viel lauter – irgendwie. Manchmal langsamer. Die Kleinigkeiten viel bedeutungsvoller. Gefühlt legt jeder seine Maske ab, nutzt den Schutz der Dunkelheit.

Mein Potential für 2020 

Eine Liebeserklärung an die Wahlheimat.

Und dann fühle ich es wieder. Es überfällt mich. Sitze so da – zwischen all den Lieblingsmenschen. Drifte ab. Bin plötzlich mehr in meinem Kopf, als in der fröhlichen Runde. Höre nur meinen Gedanken zu. Sehe jeden an. Lächle stumm vor mich hin. Während es in meinem Kopf so laut schreit. Und es überkommt mich. Trifft mich wie eine Welle. Und wieder der Gedanke, wie viel Glück ich doch habe.

Antworten auf keine Frage

Ich lese viel, vielleicht manchmal zu viel. Gibt da kein richtig und kein falsch. Aber am meisten mag ich die Texte, die mich etwas fühlen lassen. Texte, Filme, Bilder, Lyrics oder Zitate – mit denen ich mich verstanden fühle. Manchmal auch nur eine Melodie. Ein bisschen wie ein Moodboard. 
Es tut so ungemein gut etwas zu lesen, in dem man sich wieder findet. Am liebsten mag ich die Momente, in denen ich etwas fühle. Selber nicht genau weiß was – irgendwie. Einen Text lese und anschließend weiß ich, wie ich mich fühle. Wenn jemand anders es schafft das auszudrücken, was ich nicht in Worte fassen kann.

Fühlen, nicht- fühlen und alles dazwischen!

Frage, ob wir eine Sekunde teilen wollen und bin vor der Antwort schon weg, weil ich sie nicht hören will. Und mit jedem Sprung an Mut gewinnen, mich selbst finden. Mit jeder Sekunde Freiheit ein bisschen Angst ersetzten. Nähe wieder in mein Leben lassen – so ein kleines bisschen. Die Mauern spröde werden sehen. Zulassen kurz anzukommen, die Intervalle länger werden lassen. Mehr als nur 2 Unterhaltungen teilen. Vielleicht auch das eine Mal zu viel den Chat öffnen. Und trotzdem nicht springen, weil mir das grad so gefällt – deine Nähe!

Bittersweet.

Weil ich jetzt wieder so deutlich spüre, wie kurz unsere Zeit doch ist. Verirre mich immer noch ab und an auf deinem Instagramaccount, der irgendwie eingefroren und so lebendig zugleich ist. Sehe deine Bilder und hab das Gefühl, dich gleich morgen wiederzusehen. Gehe an Orte, die wir teilten. Sitze auf Treppen, auf denen wir über das Leben philosophierten. Und jedes mal wieder trifft es mich ein bisschen, wenn mir bewusst wird, dass du nicht nur im Auslandssemester bist. 

Du bist fort und doch irgendwie so nah. 

Für Mama und Papa.

Und plötzlich war das Haus leerer. Das Kücken war aus dem Nest. Für mich gab es kaum einen Unterschied, hatte ja hier ständig jemanden um mich herum. Wenn ich nach Hause kam, war alles beim Alten. Aber für meine Familie hat sich doch ziemlich viel geändert. Ich war immer der lautere Mensch von ihren Kindern. Kann ununterbrochen quasseln, was manchmal auch nervig ist. Aber ich glaube, es ist etwas stiller geworden Zuhause. Wie hat meine Mama mal gesagt: „Kind, ohne dich ist das Leben nur halb so amüsant.“ Und ich glaube, ich konnte kein schöneres Kompliment kriegen!
Aber es war auch ein wichtiger Schritt, wir alle haben gelernt loszulassen. Aber durch dieses Loslassen sind wir auch irgendwie gleichzeitig näher zusammengerückt. 

Von Geschichten und Reisen

Leute steigen ein und aus, das meiste verschlafe ich – ein bisschen das Gefühl haben in einer Zeitmaschine zu sitzen. Immer wenn ich kurz aufschrecke bin ich schon in einer anderen, neuen Stadt. Sehe den 10. Bauernhof und die 15. Dorfkirche. 

Und je mehr ich sehe, umso mehr merke ich wie sehr ich diese Stadt liebe – meine Stadt. Die Heimat und all ihre Geschichten. Die Geschichten der Stadt – Zeitgeschichte und auch meine eigene. Jede Ecke erzählt einen Teil der gesamten Story. Und dennoch bin ich froh, wieder fort zu können! Weiß, ich werde immer irgendwie heimkommen – bis zur nächsten Reise. Nur die Zeiten dazwischen variiert.