Zeitraffer und Farbverläufe

Das Glitzern auf der Wasseroberfläche wie ein Morsecode. Als würde mir die Heimat einen Abschiedsgruß zuflüstern wollen. Als würde mir jemand sagen, dass die Rechnung am Ende eben doch aufgeht – auch wenn das wieder einen Fortgang beinhaltet. Sonne und Wolken – ein Remix den ich gerade heute sehr genieße.

Abschiedsbrief No. 1

Ich kenn hier jeden Millimeter. Den Abstand zwischen jedem Baum, da an der Straße. Weiß genau, in welchem Abschnitt man die Berge sieht – an guten Tagen. Zwischen Baum 56 und 68. Glücklich werden, wenn ich sie sehe. Ich weiß, ohne auf die Uhr zu sehen, wo km 1 ist. Auch die 1,5km. Und da, wo der Weg sich teilt, genau da sind 1,9km. Ich kenn die 4km Runde, die 5,5km und die 7km.

Kopf verloren

Die Dunkelheit ist ein Stück Sicherheit. Alles ist viel lauter – irgendwie. Manchmal langsamer. Die Kleinigkeiten viel bedeutungsvoller. Gefühlt legt jeder seine Maske ab, nutzt den Schutz der Dunkelheit.

Mein Potential für 2020 

Eine Liebeserklärung an die Wahlheimat.

Und dann fühle ich es wieder. Es überfällt mich. Sitze so da – zwischen all den Lieblingsmenschen. Drifte ab. Bin plötzlich mehr in meinem Kopf, als in der fröhlichen Runde. Höre nur meinen Gedanken zu. Sehe jeden an. Lächle stumm vor mich hin. Während es in meinem Kopf so laut schreit. Und es überkommt mich. Trifft mich wie eine Welle. Und wieder der Gedanke, wie viel Glück ich doch habe.

Antworten auf keine Frage

Ich lese viel, vielleicht manchmal zu viel. Gibt da kein richtig und kein falsch. Aber am meisten mag ich die Texte, die mich etwas fühlen lassen. Texte, Filme, Bilder, Lyrics oder Zitate – mit denen ich mich verstanden fühle. Manchmal auch nur eine Melodie. Ein bisschen wie ein Moodboard. 
Es tut so ungemein gut etwas zu lesen, in dem man sich wieder findet. Am liebsten mag ich die Momente, in denen ich etwas fühle. Selber nicht genau weiß was – irgendwie. Einen Text lese und anschließend weiß ich, wie ich mich fühle. Wenn jemand anders es schafft das auszudrücken, was ich nicht in Worte fassen kann.

Fühlen, nicht- fühlen und alles dazwischen!

Frage, ob wir eine Sekunde teilen wollen und bin vor der Antwort schon weg, weil ich sie nicht hören will. Und mit jedem Sprung an Mut gewinnen, mich selbst finden. Mit jeder Sekunde Freiheit ein bisschen Angst ersetzten. Nähe wieder in mein Leben lassen – so ein kleines bisschen. Die Mauern spröde werden sehen. Zulassen kurz anzukommen, die Intervalle länger werden lassen. Mehr als nur 2 Unterhaltungen teilen. Vielleicht auch das eine Mal zu viel den Chat öffnen. Und trotzdem nicht springen, weil mir das grad so gefällt – deine Nähe!

Bittersweet.

Weil ich jetzt wieder so deutlich spüre, wie kurz unsere Zeit doch ist. Verirre mich immer noch ab und an auf deinem Instagramaccount, der irgendwie eingefroren und so lebendig zugleich ist. Sehe deine Bilder und hab das Gefühl, dich gleich morgen wiederzusehen. Gehe an Orte, die wir teilten. Sitze auf Treppen, auf denen wir über das Leben philosophierten. Und jedes mal wieder trifft es mich ein bisschen, wenn mir bewusst wird, dass du nicht nur im Auslandssemester bist. 

Du bist fort und doch irgendwie so nah.