Antworten auf keine Frage

Ich lese viel, vielleicht manchmal zu viel. Gibt da kein richtig und kein falsch. Aber am meisten mag ich die Texte, die mich etwas fühlen lassen. Texte, Filme, Bilder, Lyrics oder Zitate – mit denen ich mich verstanden fühle. Manchmal auch nur eine Melodie. Ein bisschen wie ein Moodboard. 
Es tut so ungemein gut etwas zu lesen, in dem man sich wieder findet. Am liebsten mag ich die Momente, in denen ich etwas fühle. Selber nicht genau weiß was – irgendwie. Einen Text lese und anschließend weiß ich, wie ich mich fühle. Wenn jemand anders es schafft das auszudrücken, was ich nicht in Worte fassen kann.

Fühlen, nicht- fühlen und alles dazwischen!

Frage, ob wir eine Sekunde teilen wollen und bin vor der Antwort schon weg, weil ich sie nicht hören will. Und mit jedem Sprung an Mut gewinnen, mich selbst finden. Mit jeder Sekunde Freiheit ein bisschen Angst ersetzten. Nähe wieder in mein Leben lassen – so ein kleines bisschen. Die Mauern spröde werden sehen. Zulassen kurz anzukommen, die Intervalle länger werden lassen. Mehr als nur 2 Unterhaltungen teilen. Vielleicht auch das eine Mal zu viel den Chat öffnen. Und trotzdem nicht springen, weil mir das grad so gefällt – deine Nähe!

Bittersweet.

Weil ich jetzt wieder so deutlich spüre, wie kurz unsere Zeit doch ist. Verirre mich immer noch ab und an auf deinem Instagramaccount, der irgendwie eingefroren und so lebendig zugleich ist. Sehe deine Bilder und hab das Gefühl, dich gleich morgen wiederzusehen. Gehe an Orte, die wir teilten. Sitze auf Treppen, auf denen wir über das Leben philosophierten. Und jedes mal wieder trifft es mich ein bisschen, wenn mir bewusst wird, dass du nicht nur im Auslandssemester bist. 

Du bist fort und doch irgendwie so nah. 

Für Mama und Papa.

Und plötzlich war das Haus leerer. Das Kücken war aus dem Nest. Für mich gab es kaum einen Unterschied, hatte ja hier ständig jemanden um mich herum. Wenn ich nach Hause kam, war alles beim Alten. Aber für meine Familie hat sich doch ziemlich viel geändert. Ich war immer der lautere Mensch von ihren Kindern. Kann ununterbrochen quasseln, was manchmal auch nervig ist. Aber ich glaube, es ist etwas stiller geworden Zuhause. Wie hat meine Mama mal gesagt: „Kind, ohne dich ist das Leben nur halb so amüsant.“ Und ich glaube, ich konnte kein schöneres Kompliment kriegen!
Aber es war auch ein wichtiger Schritt, wir alle haben gelernt loszulassen. Aber durch dieses Loslassen sind wir auch irgendwie gleichzeitig näher zusammengerückt. 

Von Geschichten und Reisen

Leute steigen ein und aus, das meiste verschlafe ich – ein bisschen das Gefühl haben in einer Zeitmaschine zu sitzen. Immer wenn ich kurz aufschrecke bin ich schon in einer anderen, neuen Stadt. Sehe den 10. Bauernhof und die 15. Dorfkirche. 

Und je mehr ich sehe, umso mehr merke ich wie sehr ich diese Stadt liebe – meine Stadt. Die Heimat und all ihre Geschichten. Die Geschichten der Stadt – Zeitgeschichte und auch meine eigene. Jede Ecke erzählt einen Teil der gesamten Story. Und dennoch bin ich froh, wieder fort zu können! Weiß, ich werde immer irgendwie heimkommen – bis zur nächsten Reise. Nur die Zeiten dazwischen variiert. 

Big city nights

Alles neu, alles fremd und doch so normal. Ein bisschen zu laut lachen und ein bisschen zu viel reden. Ein bisschen zu viel von allem, aber doch genau richtig so.

Flüchtige Berührungen, mit dem Sitznachbarn in der Bar, die direkt gegenüber. Ein bisschen umeinander schleichen. Kurz verfangen sich die Hände ineinander – so ganz ausversehen. Und dann, mit voller Absicht die Hand am Rücken spüren, sich kurz fallen lassen.

Der Sinn des Lebens

Und sonst? Was ist sonst mein Sinn des Lebens? Ich glaube ich will glücklich sein, wie jeder andere. Am glücklichsten bin ich, wenn es anderen gut geht! Wenn es Menschen gut geht, die mir wichtig sind. Also einfach mal freundlich sein zu Fremden, die alte Oma in der Bahn anlächeln und sie fragen, ob sie Hilfe braucht. Dem Nachbarn helfen, den neuen Schrank aufzubauen. Meinem Mitbewohner helfen eine Nachricht an seinen Secret Crush zu schreiben und der Mama einfach mal so Blumen mitbringen. Das Sprichwort „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück!“ kommt nicht von ungefähr.